Die Zukunft der Arbeit – Teil 2/3:  Wie wir arbeiten werden

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Die Zukunft der Arbeit

Teil 2/3  Wie wir arbeiten werden.

In Teil 1 haben wir allgemeine Trends für die nächsten zwei Jahrzehnte beschrieben. In diesem Teil gehen wir genauer auf die Veränderungen ein, die für unsere Arbeitswelten zu erwarten sind. Mit diesem und den weiteren Beiträgen nehmen wir teil an der Blogparade Die Zukunft der Arbeit des Bitcom Knowtech- Blogs.

 

Künstliche Intelligenz: Computer übernehmen Arbeiten komplett.
Vollautomatisierung statt Fließbandarbeit. Zukünftig werden Maschinen immer mehr Arbeiten komplett übernehmen. In vielen Prozessen wird die Arbeit von Menschen nicht mehr nötig sein, so dass viele Berufe wegfallen. Dies hat in Handel und Produktion schon begonnen und wird sich in weitere Berufsfelder ausweiten. Nehmen Sie zum Beispiel den Beruf des Kraftfahrers. Diesen werden zukünftig wahrscheinlich Computer übernehmen. Das kann so weit gehen, dass eines Tages Menschen überhaupt keine Kraftfahrzeuge mehr selbst steuern dürfen, da die Computer sicherer sind.
Forscher gehen davon aus dass das Konzept Auto sich wandeln wird. So könnte es zum Beispiel Sleeping Cars geben, d.h. Autos, in die man einsteigt, um zu schlafen und am nächsten Tag am gewünschten Ort wieder aufzuwachen. Oder auch Dining Cars, in denen man sein Mittagessen einnimmt, während es einen zum nächsten Termin bringt.
Die Arbeitsfelder von Maschinen werden größer. – Denkende Computer können Dinge sogar selbstständig entscheiden. So sind sie im Stande relativ flexibel zu handeln.
Es gibt auch heute schon Roboter, die kommunizieren oder sich gar unterhalten können. Siri, der Sprachassistent vom Apple IPhone gibt uns einen Vorgeschmack davon. Fragen Sie zum Beispiel mal Siri, was irgendeine Zahl geteilt durch 0 ist – Sie werden die unterschiedlichsten Antworten erhalten…
 

 

Big Data – Vernetzung der Informationen im Unternehmen.
Im ersten Teil haben wir einige Auswirkungen von großen Datensammlungen beschrieben: Ein Unternehmen kennt seine Kunden, bevor es sie je gesehen hat. Und auch der Kunde weiß alles über das Unternehmen, bevor er in Kontakt tritt.  Ebenso wird es sich mit Bewerbern verhalten. Unternehmen und Bewerber der Zukunft  sind bereits bis ins kleinste Detail übereinander informiert, lange bevor sie ein Vorstellungsgespräch anvisieren. Wir werden in einer transparenten Welt leben.
Auch innerhalb der Unternehmen werden die Informationen über die Mitarbeiter genutzt. Es wird möglich, auf sämtliches Wissen im Unternehmen zurückzugreifen: Der Computer kann blitzschnell ermitteln, wer welches Wissen und welche Fähigkeiten hat, wer zum neuen Projekt passt. Bei IBM wird schon heute mit einer solchen Methode gearbeitet. Bisher werden lediglich inhaltliche Kompetenzen verarbeitet. Es ist jedoch sehr wahrscheinlich, dass in Kürze soziale Kompetenzen, Soft Skills und Emotional Skills ebenfalls analysiert werden und der Computer Informationen darüber zur Verfügung stellt.

 

Der Experte wird abgeschafft.
Vorhandenes Wissen wird bereitgestellt – das heißt jeder hat Zugriff auf sämtliche Informationen. Dies wird viele Berufsbilder nachhaltig verändern, zum Beispiel den Beruf des Reiseführers. Der Tourist der Zukunft wird sämtliche Informationen jederzeit vorliegen haben: Daten zu den Sehenswürdigkeiten, wie historische Hintergründe und Anekdoten, Eintrittspreise und Öffnungszeiten, aber auch welches Restaurant in der Nähe liegt, wie es gevotet wurde und was dort besonders gut schmeckt. Wenn der Tourist bereits alles weiß, wie wird dann der Beruf des Reiseführers in Zukunft aussehen? Wird es ihn überhaupt noch geben?
Berufe die auf Wissen basieren, werden nicht mehr im gleichen Maße gefragt sein. Experten braucht man nicht mehr. Das Wissen ist anderweitig verfügbar. Dabei kann es sich um das Wissen von Juristen handeln, aber auch von Ärzten.
Wenn die Menschen einen Chip unter der Haut tragen, der sämtliche körperlichen Daten ermittelt, sammelt und online an eine Gesundheits-Zentrale sendet, ist vielleicht gar kein Besuch beim Arzt mehr nötig. Vielleicht erhält man automatisiert eine Mitteilung, welches Medikament man nehmen sollte.
Für das Arbeitsleben heißt das: Job-Profile verändern sich. Riesige Ansammlungen von Wissen werden immer weniger wert sein. Großen Wert hingegen haben die Dinge, die für Computer schwierig sind, zum Beispiel das Miteinander von Menschen oder der „gesunde Menschenverstand“. Softskills erhalten immer mehr Bedeutung, denn dies werden Computer in absehbarer Zeit nicht ersetzen können.

 

Flexibilisierung. 
In Zukunft wird Wechsel das Leben bestimmen. Das wird auch in der Arbeitswelt so sein. Es ist unwahrscheinlich, dass ein Arbeitnehmer 30 Jahre im selben Job bleibt. Er kann seinen Job alle paar Jahre wechseln. Die Vorraussetzungen dafür schafft der demographische Wandel: Dadurch dass es mehr Stellen als Arbeitskräfte geben wird, hat der Arbeitnehmer die Wahl.
Auch die Aufgaben innerhalb einer Arbeits-Stelle bleiben nicht die gleichen, sondern werden sich immer wieder ändern. Es gibt nicht mehr eine bestimmte Stellenbeschreibung, die die Aufgaben genau definiert, vielmehr sollte der Mitarbeiter aufgrund seiner Softskills ins Unternehmen passen. Mehr dazu im dritten Teil unserer Serie.

 

Wertewandel der neuen Generationen.
Die junge Generation denkt völlig anders als die Menschen, die heute in ihren Vierzigern sind. Wenn diese Generation eines Tages das Ruder übernimmt, werden völlig andere Werte in den Führungsetagen vorherrschen. So steht Karriere nicht mehr unbedingt im Fokus, jedenfalls nicht, wenn man sich dafür für Firma oder Chef aufopfern müsste. Die Work-Live-Balance muss gegeben sein.
Die Themen Status und Hierarchien und die damit einhergehenden Statussymbole wie Firmenwagen und Größe des Büros, wirken auf die jungen Menschen von heute nicht mehr anziehend. Im Gegenteil: flache oder gar keine Hierarchien, ähnliche Büros für alle und zusätzliche Annehmlichkeiten, die der Arbeitgeber anbietet, sind den jungen Mitarbeitern wichtiger, als rascher Aufstieg in die oberen Etagen. Führung zu übernehmen wird als eher unattraktiv empfunden, denn man hat mehr Arbeit und mehr Druck, aber nicht unbedingt viel mehr Geld. Überstunden werden vorzugsweise nur dann geleistet, wenn der Sinn erkennbar ist – nicht aber, weil sie angeordnet werden. Führung über Angst und Gehorsam ist jetzt schon in den meisten Zusammenhängen wenig wirksam, wird aber in Zukunft noch weniger Ergebnisse bringen.

 

Arbeitsplatzgestaltung.
Wie sieht die Arbeitsplatzgestaltung in der Zukunft aus? Zu erwarten sind offenere Raumkonzepte, mehr Großraum und dazu individuelle Ecken und Räume, die Mitarbeiter für  Gespräche oder Meetings nutzen können. Es ist abzusehen, dass es weniger Einzelbüros geben wird und auch weniger hierarchisch festgelegte Büros. Ein Konzept der Zukunft ist, dass der Mitarbeiter seinen Rollcontainer zu einem freien Schreibtisch rollt und dann dort arbeitet, falls er denn mal im Büro ist. Flexible Arbeitsplätze sind der Trend. Home Office-Konzepte werden zunehmen. Statt Meetings wird es mehr Videokonferenzen geben.
Sterile Bürogestaltung wird ausgetauscht gegen Arbeitsplätze an denen man sich wohl fühlt, zB. bunte Raumkonzepte, die die Kreativität anregenden.
Auch das Haus, das Gebäude selbst als Ausdruck einer Unternehmenskultur ist ein Trend. Es geht weg vom Standard-Bürogebäude hin zum offenen, lebendigen Bürokonzept.  Nicht nur in der Funktionalität, sondern auch im Design des Gebäudes findet sich die Unternehmenskultur wieder.

 

Umwälzende Veränderungen sind im Bereich des Arbeitsmarktes und des Recruitings zu erwarten. Lesen Sie mehr dazu im dritten Teil: Die Zukunft der Arbeit – Teil 3/3: Der Arbeitsmarkt der Zukunft

Die Zukunft der Arbeit – Teil 1/3: Die Trends

Die Zukunft der Arbeit – Teil 2/3: Wie wir arbeiten werden

Die Zukunft der Arbeit – Teil 3/3: Der Arbeitsmarkt der Zukunft

Wie lautet Ihr Zukunftskonzept? Diskutieren Sie mit uns Ihre Zukunft! Wenden Sie sich gerne an uns: www.berlinerteam.de

Susanne Grätsch

Susanne Grätsch

Geschäftsführerin at berliner team
Mit über 20 Jahren Berufserfahrung ist es heute vor allem die Konzeption und Steuerung von Change-Prozessen, die mich täglich herausfordert. Sei es die Unterstützung bei der Überwindung von Wachstumsschwellen eines Unternehmens oder die Veränderung hin zu einer attraktiven, motivierenden Unternehmenskultur, die Voraussetzung ist für Arbeitgeberattraktivität und langfristig angelegtes Talent Management.
Susanne Grätsch

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