Die Zukunft der Arbeit – Teil 1/3: Die Trends

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Die Zukunft der Arbeit

Teil 1/3  Die Trends

„Mama, ihr seid die letzte Generation, die sterben MUSS..“

 

Das sagte jüngst mein Sohn, 20 Jahre. Er interessiert sich für Zukunft und Entwicklungen. Und womöglich ist dies eine solche Entwicklung: Wir könnten eine der letzten Generation sein, die noch nicht entscheiden kann, ob sie ihr Leben – vielleicht sogar bis ins Unendliche – verlängert.
Ob dies so zutrifft oder nicht, können wir noch nicht sagen. Was wir sagen können ist, dass die Zukunft große Veränderungen mit sich bringen wird.

 

Welche Trends und Entwicklungen erwarten uns?
Im ersten Teil unserer Serie „Die Zukunft der Arbeit“ zeigen wir allgemeine Trends und technische Entwicklungen, die sich schon jetzt abzeichnen. Im zweiten Teil gehen wir auf den Wandel der Arbeitswelten ein – und den dritten Teil widmen wir dem veränderten Arbeitsmarkt und dem Recruiting der Zukunft. Mit diesem und den weiteren Beiträgen nehmen wir teil an der Blogparade Die Zukunft der Arbeit des Bitcom Knowtech- Blogs.

 

Schnelle Veränderungen
Bereits jetzt jagt eine Entwicklung die nächste. Doch damit nicht genug: Forscher haben errechnet, dass sich die Geschwindigkeit, in der grundlegende Veränderungen stattfinden, alle zwei Jahre verdoppelt. Immer häufiger gibt es Innovationen, die die Welt nachhaltig verändern. Der Blick in die Vergangenheit zeigt, dass sich unsere Welt schon in den letzten 20 Jahren sehr verändert hat: Es ist noch nicht lange her, dass es die ersten Mobiltelefone gab – riesige, schwere Klötze, die damals 10.000 DM kosteten. Mittlerweile haben sogar Grundschüler einen mobilen Miniatur-Computer in ihren Schultaschen.
Und nicht nur das – das Internet und mobile Geräte haben unser Leben komplett verändert. Wenn wir heute betrachten, wie viele Entwicklungen es allein in den letzten beiden Jahrzehnten gegeben hat und welche Auswirkungen diese auf unseren Alltag haben – Wie wird es dann wohl in 20 Jahren aussehen? Schon in zehn Jahren kann unsere Welt ganz anders sein als heute.

 

Digitalisierung
Die Digitalisierung ist sicher eines der wichtigsten Themen. Immer mehr werden Computer und Bildschirme Teil unseres Lebens sein. Es ist damit zu rechnen, dass Bildschirme in alle Bereiche des Lebens Einzug halten, zum Beispiel in Form von zum Screen umfunktionierten Wänden. Dabei kann es sich um ganze Hauswände, aber auch um die Wände im Wohnzimmer handeln.
Doch nicht nur große Bildschirme wird es geben, sondern auch sehr kleine. Bereits jetzt arbeitet einer unserer Kunden, die Firma Bechtle, in ihren Lagern mit virtuellen Brillen: Der Lagermitarbeiter trägt eine Brille, auf deren Bildschirm er mittels Pfeilen zu dem Ort navigiert wird, an dem er das Paket ablegen soll. Nach dem Einscannen des Paketcodes läuft  alles automatisch; er muss sich nicht orientieren oder nachdenken. Der Computer kennt die Halle und lässt die Pfeile per Brille virtuell im Raum erscheinen.
Eine weitere, mögliche Entwicklung ist – nach der digitalen Brille – eine Kontaktlinse, die als Bildschirm fungiert und die sich durch Blicke oder Gedanken steuern lässt. So könnte man stets nebenbei per Google Erkundigungen einziehen. Oder man wäre in der Lage, schon bei der Hausbesichtigung sein zukünftiges Haus virtuell mit den eigenen Möbeln einzurichten.

 

Künstliche Intelligenz
Diese Entwicklung hat bereits begonnen: Maschinen fangen an miteinander zu kommunizieren. Ein Beispiel, wie dies im Alltag genutzt werden kann, ist die Kaffeemaschine, die eine Bestellung auslöst, sobald sie feststellt, dass die Kaffee-Pads zur Neige gehen. Weitere Maschinen nehmen diese Bestellung entgegen, verpacken und versenden sie und  stellen die Rechnung. Menschen sind in diesen Prozessen nicht mehr vonnöten.

 

Big Data – Vernetzung der Informationen
Computer sammeln riesige Datenmengen zu unser Person und zu unseren Konsumverhalten.
In Zukunft können wir davon ausgehen dass jeder alles über uns weiß oder zumindest in Sekunden in Erfahrung bringen kann. Daten-Suchprogrammen ist es möglich, im Hintergrund unsere Vorlieben, Aussagen, unsere Bilder einzusammeln und anderen zur Verfügung zu stellen. So weiß die Firma, die uns eventuell einstellen möchte, schon alles über uns, bevor sie uns je kennen gelernt hat. Der Supermarkt weiß, was wir gerne einkaufen, auch wenn wir noch gar nie einen Fuß hinein gesetzt haben. Der Fernseher kann berechnen, welche Sendung wir als nächstes sehen möchten, weil er unser Verhalten in den letzten Jahren analysiert hat. Im Radio läuft nur noch die Musik, die wir gerne hören. Wenn wir auf der Straße sind, wird uns die Werbung angezeigt, die uns interessiert. Bildschirmwände können durch Chips oder andere Datenträger feststellen, wer vorbeikommt und ihr Werbeangebot auf diese Person zuschneiden. Computerprogramme können unsere Mimik lesen und so Rückschlüsse auf unsere Emotionen und Gedanken ziehen. Unter anderem gibt dies Unternehmen die Möglichkeit, Wünsche und Gedanken ihrer Kunden zu erkennen und zielgerechter zu erfüllen.
Diese Entwicklung ist sicherlich nicht nur positiv zu betrachten. Die Grenzen zwischen Beobachtung und Überwachung sind fliessend und es ist davon auszugehen, dass diese Daten auch missbraucht werden können. Allein, die Frage muss man sich wahrscheinlich stellen, wie man mit den eigenen Daten umgehen möchte. Zu verhindern wird diese Entwicklung wohl nicht mehr sein.

 

Demographischer Wandel 
Fakt ist, dass sich in den nächsten Jahren in der westlichen Welt ein großer demographischer Wandel vollziehen wird. Schon in etwa zehn Jahren werden 6,5 Millionen mehr Menschen den Arbeitsmarkt verlassen, als neue Arbeitskräfte nachkommen. Vor diesem Hintergrund kommentierte Michael Carl, Zukunftsforscher im Think Tank 2beahead bei unserer letzten Leadership Lounge „Die Flüchtlinge, die in unser Land kommen, sind das Beste, was uns passieren konnte!“ Denn, selbst wenn man davon ausgeht, dass eine große Menge der Flüchtlinge bei uns in Arbeit kommen, das Renteneintrittsalter höher angesetzt wird, immer mehr Frauen arbeiten werden und dass sich die Gesundheit der Arbeitnehmer stabilisieren lässt, fehlen am Ende in 10 Jahren immer noch 3 Millionen Arbeitskräfte. Gelingt es einer Firma nicht, Arbeitskräfte einzustellen, so kann sie nicht produzieren, nicht anbieten. Mitarbeiter-Recruiting ist also einer der wesentlichen Erfolgsfaktoren der Unternehmen der Zukunft.
Dies ist eine so grundlegende Veränderung des Arbeitsmarktes, so dass wir diesem Thema einen ganzen Beitrag gewidmet haben. In Teil 3 dieser Serie lesen sie mehr dazu.

 

>>> Lesen Sie hier:
7 Erfolgsfaktoren eines Cultural Change

 

Flexibilisierung
Der Trend geht in Richtung Erwerb von Nutzungsrechten, statt Kauf von Dingen. Unternehmen wie Spotify machen es vor: Man besitzt keine CD mehr, sondern hat das Recht sich die Musik anzuhören. Ähnliche Konzepte sind für Autos, Werkzeuge, Computer zu erwarten. Dieser Trend wird sich verstärken. Da Dinge sich schnell verändern, lohnt sich das kaufen immer weniger. Das Recht das Neueste nutzen zu können, wird interessanter. Ein Beispiel sind Carsharing- Unternehmen, die es ihren Kunden ermöglichen stets gute, neue Autos zu nutzen, ohne sich mit den Verpflichtungen, die sich aus dem Besitz ergeben würden, abmühen zu müssen.
Zudem wird es leichter möglich sein, Dinge nach Belieben zu verändern. So kann man schon jetzt Häuser mit dem 3-D Drucker drucken – und dies sogar zu einem Bruchteil der Kosten eines Stein-auf-Stein- Hauses. Es ist denkbar, dass in Zukunft eine Familie in den Urlaub fährt und währenddessen ein neues Haus für sie gedruckt wird.

 

Im nächsten Artikel, „Teil 2 – Die Auswirkungen auf unsere Art zu arbeiten“, beschreiben wir, wie sich diese Trends konkret auf die Arbeits- und Berufswelt auswirken wird.

Die Zukunft der Arbeit – Teil 1/3: Die Trends

Die Zukunft der Arbeit – Teil 2/3: Wie wir arbeiten werden

Die Zukunft der Arbeit – Teil 3/3: Der Arbeitsmarkt der Zukunft

 

 

Susanne Grätsch

Susanne Grätsch

Geschäftsführerin at berliner team
Mit über 20 Jahren Berufserfahrung ist es heute vor allem die Konzeption und Steuerung von Change-Prozessen, die mich täglich herausfordert. Sei es die Unterstützung bei der Überwindung von Wachstumsschwellen eines Unternehmens oder die Veränderung hin zu einer attraktiven, motivierenden Unternehmenskultur, die Voraussetzung ist für Arbeitgeberattraktivität und langfristig angelegtes Talent Management.
Susanne Grätsch

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